FAVT - Freiburger Ausbildungsinstitut für Verhaltenstherapie an der Universität Freiburg GmbH

Imaginationsübungen in der Tradition der Kognitiven Verhaltenstherapie

Imaginationstechniken haben in der Kognitiven Verhaltenstherapie seit jeher eine nicht unbedeutende, aber leider häufig vernachlässigte Rolle gespielt (s. z. B. A.T. Beck & Emery, J.S. Beck, D. Edwards, A. Hackman, M. Layden, M. Smucker, A. Arntz, A. Ehlers, J. Young*). Durch die neueren Entwicklungen in der kognitiven Verhaltenstherapie, v.a. durch die Schematherapie (Young et al, 2003) gehören imaginative Verfahren heute zu den Standardtechniken im therapeutischen Alltag. Nach dem Verständnis der Kognitiven Therapie kommen visuelle Vorstellungen nicht nur ständig in unserem Erleben vor, sie können auch als bildliche Version automatischer Gedanken, Annahmen und Grundüberzeugungen bzw. Schemata verstanden werden und tragen, da sie zeitlich und inhaltlich verdichtet sind, auf den verschiedenen Ebenen des Erlebens mehr Bedeutung in sich als Worte. Da in der kognitiven Therapie ohnehin nur „hot cognitions“, also emotional aufgeladene Gedanken wegen ihres nachhaltigeren Veränderungspotentials therapeutisch von Interesse sind, hat es sich geradezu angeboten, Vorstellungsbilder, die per se eine größere emotionale Kraft haben, zu nutzen. Dies gilt in besonderem Maße bei allem Erleben, das im Kern traumatisch ist, wie bei Diagnosen von Angststörungen oder PTBS, aber auch dort, wo es therapeutisch unerlässlich ist, mehr an „der Wurzel des Übels“, den verletzenden und selbstschädigenden Grundüberzeugungen/Schemata zu arbeiten.

Die unterschiedlichen, im Laufe der Zeit entwickelten Imaginationstechniken befassen sich entweder mit dem Umgang spontaner oder induzierter Vorstellungsbilder. Oft geht es darum, eine Art „Kino im Kopf“ zu etablieren, dessen eigenständiger Regisseur der Patient mit unserer Anleitung werden kann und mit dessen Hilfe ihm förderliche Alternativerfahrungen ermöglicht werden können.

 

Im Workshop wird ein Überblick über die Entwicklung der imaginativen Verfahren im Rahmen der kognitiven Verhaltenstherapie anhand konkreter Beispiele von den Anfängen der kognitiven Verhaltenstherapie bis heute gegeben, v.a. wird auf die Unterschiede der verschiedenen Techniken eingegangen und auf deren differentielle Indikation. Es werden Chancen und Schwierigkeiten bei der Durchführung von Vorstellungsübungen besprochen und praktische Übungen zu den unterschiedlich nuancierten Imaginationsübungen durchgeführt.

 

*Ausführliche Literaturangaben werden im Workshop zur Verfügung gestellt.